Das Music Bizz von A - Z

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(weitere Informationen zu den Einträgen findet ihr in diesen Quellen)

A&R
Steht für Artist und Repertoire. Der A&R entdeckt neue mehr oder weniger talentierte SängerInnen und Bands und signed sie für ein Label. Seine Aufgabe reicht vom Assistieren bei Songauswahlen über Produzenten für ein Album finden bis hin zur Entscheidung welches Studio für die Aufnahme genommen wird.
Nachts findet man A&Rs häufig in angesagten Clubs oder auf Konzerten, wo sie Ausschau halten nach den nächsten Aerosmith oder dem neuen Robbie Williams. Vor langer Zeit haben die Künstler ihre Demotapes in das Büro des A&Rs geschickt, der sich das angehört hat, während er auf den nächsten Megahit wartete. Die Chancen auf diesem Weg zu einem Plattenvertrag zu kommen sind jedoch sehr gering. Viele A&Rs verlassen sich lieber auf "verlässliche Business Quellen" wenn es darum geht, sich Demos anzuhören.
Der Job des A&R ist sehr riskant, denn wenn ein Künstler versagt, wird der A&R gewöhnlich als erster zur Verantwortung gezogen. Andererseits ist er der Held, wenn gerade er die neue Britney entdeckt hat.

Airplay
Öffentliche Vorführung eines Songs in den Medien (Radio, TV), gemessen in sogenannten Airplaycharts und Rotationslisten.

ASCAP
ist die Abkürzung für "
American Society of Composers, Authors, and Publishers" und ist eine der drei amerikanischen Künstlergewerkschaften.

Boyband
Eine Gruppe von meistens fünf Jungs in ihren frühen 20ern. Boybands haben einen schlechten Ruf, weil sie meist "gemacht" sind, das heißt zusammengewürfelt durch ein Casting.
Wie ich eine Boyband mache:
Zutaten: einer, der singen kann, ein Kerl mit einem etwas ausgefallenem Stil, aber nicht zu sehr um keinen zu verschrecken, ein süßer blonder Typ, ein Latino oder wenigstens einen mit schwarzen Haaren und einen Clown. Bring sie zusammen, bearbeite ihr Aussehen, damit sie alle einen "cleanen look" bekommen, lehre ihnen eine Choreographie und lass sie vorgefertigte Songs eines namenhaften Hitproduzenten trällern. Bring ihnen bei mit (potentiellen) Fans zu flirten und denen vorzuspielen, sie würden sich für deren aufwendige Unterstützung ernsthaft interessieren. Dann stell sie der Öffentlichkeit vor mit zahlreichen Interviews und vielen Auftritten in Shopping-Centern und auf Familienfestivals. Alles, worauf du jetzt noch warten mußt sind die 12 bis 16 jährigen kreischenden Mädchen.

Warnhinweis: dieses Prinzip funktioniert nur für einen kurzen Zeitraum, dann sollte die Band anfangen ihre Fans und ihre Musik ernst zu nehmen, wenn sie weiterhin Erfolg haben will. Doch das kann dem Manager und/oder Entdecker egal sein, denn bis dahin hat dieser sich längst eine goldene Nase verdient.

(Booking) Agenturen und Agenten
finden Arbeit für die Künstler und sind im weitesten Sinn Verkäufer. Sie müssen die Bands und SängerInnen an die verschiedenen Veranstalter verkaufen können. Sie bekommen einen Standartsatz von etwa 10 – 20% des Bruttolohns, je nach Vertrag.
Einige der größeren und bekannteren Agenturen sind die William Morris Agency, International Creative Management (ICM), die Agency for the Performing Arts (APA) und Premier Talent Associates (Rockmusik). Auch Transcontinental mit ihrem Chef Louis J. Pearlman gehört in diese Kategorie.

Charts
Weitere Infos hierzu findest du in der Abteilung "Charts" unserer Seite.

Crew
Sind die Jungs und Mädels – ja, es gibt sie – die für einen Künstler auf Tour arbeiten. Ihre Aufgaben sind vielfältig, dazu gehören Bühnenaufbau, Instrumente versorgen und zureichen, die Band von A nach B bringen und vieles mehr.

Demo
Heutzutage ist das Demo eine CD mit drei bis fünf Songs mit der sich Künstler der Öffentlichkeit vorstellen um einen Plattenvertrag zu ergattern. Man kann sie an einen A&R schicken, doch die Chancen das dieser überhaupt reinhört sind nicht sehr groß. (Siehe A&R)

Fans
sind diejenigen, die zu den Konzerten gehen, die CDs kaufen und sich freuen, wenn sie ein Autogramm und gar noch ein Foto mit ihrem Star ergattern können.
Fans entscheiden letztlich über den Erfolg oder Misserfolg eines Künstlers. (siehe auch Groupie und Stalker)

GEMA
steht für "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und Vervielfältigungrechte" und ist die deutsche Künstlergewerkschaft.

Groupies
Hier muß getrennt werden zwischen Fans und Groupies. In Deutschland sind Groupies diejenigen, die sich um das sehr persönliche Wohlergehen des Künstlers sorgen. Nur selten legen sie einen Wert darauf, wer genau es ist. Die Musik interessiert sie wenig bis gar nicht. Oft kümmern sie sich auch um die Crew und sonstigen Anhang des Künstlers. 

Indie
=independent (unabhängig). Wird benutzt um ein kleineres Plattenlabel oder die Musikrichtung zu bezeichnen.

Künstlergewerkschaft
Schreiber und Verleger erhalten Geld von einer der großen Künstlergewerkschaften (performing rights societies)  wenn einer ihrer Songs live aufgeführt oder in den Medien gespielt wurde. In Deutschland hat diese Rolle die GEMA, in den USA ASCAP (American Society of Composers, Authors, and Publishers), BMI (Broadcast Music Inc.) und SESAC (Society of European Stage Authors and Composers),

Label
siehe Plattenfirma

Major
=major label wie beispielsweise Sony/BMG, Warner oder Universal. Sie sind größer, teurer und unpersönlicher als die Indies.

Manager
Hier wäre zu unterscheiden zwischen Personalmanager, Tourmanager und Businessmanager:

a) Personalmanager
Er repräsentiert den Künstler bei allen Arten von Geschäftsverhandlungen. Er besorgt keine Arbeit/Auftritte für die Band. Je nach Einkommen des Künstlers liegt der Anteil des Personal Managers bei 15 – 25%. Er hat eine beratende Rolle und hilft bei der Festlegung des Images seiner von ihm betreuten Künstler. Desweiteren stellt er einen Langzeitplan für die Karriere der betreuten Künstler auf.
Oft hat der Personal Manager die Kraft eines Anwaltes/Bevollmächtigten und darf Verträge eigenmächtig unterschreiben. Er verhandelt mit den Plattenfirmen, hält sie auf dem Laufenden über beispielsweise wichtige Auftritte. Der Manager ist weiterhin verantwortlich für Promotion, Veröffentlichungen in Zeitungen und Kontakte zu Presse und Leute im Bizz. Er kann mit dem Künstler zusammen dessen Material co-publizieren und die Schritte einer Musikveröffentlichung überwachen.
Der Personal Manager überwacht die Songs, den Künstler als solchen, Auswahl der Publizisten, Tour Manager, Stylisten und vieles mehr.

b) Tourmanager
Übernimmt die Aufgaben des Personal Managers auf Konzertreisen, Promotouren und außerhalb des Landes. Der Tour Manager ist verantwortlich für die Business Beziehungen auf Tour, wie zum Beispiel Hotels buchen, Busse und Bühnen mieten und vieles mehr. Nicht immer ist ein Tour Manager von nöten.

c) Businessmanager
Ein Künstler kann zusätzlich zu seinem Personal Manager einen Business Manager buchen um seine Finanzen überwachen zu lassen. Business Manager sind oftmals Anwälte und kümmern sich um finanzielle Angelegenheiten wie Steuern, ASCAP/GEMA und desweiteren mehr.

MIDI
=Musical Instruments Digital Interface. Standart, über den Musikinstrumente miteinander Daten austauschen können.

Rotation, Rotationslisten
beschreibt wie oft ein Song bzw Musikvideo im Radio oder Fernsehen gesendet wird. Meist gibt es eine A-, B- und C-Rotation. Auf A-Rotation sind demnach sehr häufig gespielte Songs. 

Payola
kommt aus dem Englischen und steht für nicht-authorisierte Zahlungen für Dienste der DJ’s oder Programmdirektoren, damit diese einen speziellen Song oder Künstler spielen. Mit anderen Worten: Es wird verwendet um die Werbetrommel anzurühren. Doch Payola ist NICHT LEGAL!

Plattenfirmen
schliessen Verträge ab, entwickeln, recorden, promoten (im weitesten Sinne), veröffentlichen und verkaufen Musik. Man unterscheidet zwischen Majors, großen Plattenfirmen und Indies, kleineren.
Abteilungen einer Plattenfirma sind A&R, Kunstabteilung, Geschäftsangelegenheiten, Firmenverbindungen, Rechtsabteilung, Werbeabteilung, Neue Medien, Verkaufsabteilung, Öffentlichkeitsabteilung und Verkäufe. Bei kleinen Indielabels werden oft mehrere dieser Abteilungen von einer Person betreut.

Produktmanager
Wird auch Marketingmanager genannt. Er arbeitet für eine Plattenfirma und ist hauptsächlich für den Verkauf von CDs verantwortlich. Er entwickelt einen Promotionplan für den Künstler und bleibt auch mit den Medien in Kontakt.

signen, to sign
kommt aus dem Englischen und steht für "unter Vertrag nehmen". Wenn eine Band einen Plattenvertrag von Label unterzeichnet, wird sie gesigned. 

Songschreiber
Ein etablierter Songschreiber kann in einer Plattenfirma festangestellt sein. Solch eine Firma vermag dem Schreiber einen Lohn von 300 bis 500$ pro Woche zu bezahlen. Meist sind Songschreiber aber freiberuflich tätig um sich alle Möglichkeiten offen zu halten. 

Stalker
sind Hardcoref
ans, die ihrem Star überall hin folgen und zu so vielen Konzerten wie nur möglich gehen. Dabei werden Hotels belagert und wilde Verfolgungsjagden auf der Autobahn unternommen. Stalker sind bei der Band und Crew häufig bekannt, schlafen aber mit keinem von ihnen.

Tantiemen
sind die Einkünfte, die ein Künstler aus seinen Plattenverkäufen, dem Tourbetrieb und Merchandising bekommt. Mehr dazu unter $$$

(weitere Informationen zu den Einträgen findet ihr in diesen Quellen)

letztes Update 19.09.04