A2M on Tour
09.12.07
Von Konzerten, Krankheiten und komischen Käuzen
Floree
Viele werden verständnislos mit dem Kopf schütteln, aber ich bin stolz darauf, bei neun Konzerten der "On the way to wonderland Tour 2007" von Sunrise Ave gewesen zu sein. Es hat sich gelohnt. Nicht nur wegen der 8,5 GB Bildmaterial und weil ich so auf den Hamburger Sänger Christian Venus aufmerksam geworden bin. Der heißt übrigens wirklich so. Den größten Spaß hatte ich aber vor und nach den Shows.
Nachdem ich schon früh auf mehr Konzerten war als geplant, kam auch sonst alles anders. So verbrachte ich wider Erwarten nicht viel Zeit mit den Mädels, die ich aus den Fanclubs schon kannte, sondern habe schnell sehr viele neue Freunde gefunden. Dadurch war die Tour eine einzige lang andauernde Party. In alle Himmelsrichtungen hat es mich verschlagen und ich hab viel von Deutschland gesehen. Meistens was links und rechts der Autobahn ist, denn im Gegensatz zu vielen früheren Konzertreisen, war ich dieses Mal vorwiegend mit dem Auto unterwegs. Ein Vorteil vieler gleichgesinnter Freunde. Irgendwer hatte immer etwas vierrädriges zur Verfügung und wenn mal nicht, haben wir uns etwas gemietet. Vorbei also die Zeiten, wo man die Nacht auf dem Bahnhof verbrachte um den ersten Zug nach Hause oder zum nächsten Konzert zu nehmen. Besonders angenehm im Winter. Oder die Hotels, entweder schäbig oder abartig teuer. Geschlafen wurde immer bei irgendwem daheim und nicht selten glich das einer Indoor Camping Slumber Party. Oft bereitete man sich auf zwei Gäste vor und hatte dann vier. Das waren immer die Momente, in denen wir unsere USB-Sticks zum Glühen brachten, indem Fotos und Videos ausgetauscht wurden. Also nein, ich hab die 8,5 GB nicht alleine fabriziert.
Die Chemie stimmte. Sicherlich haben wir nicht bei jedem einen guten Eindruck hinterlassen, aber das war auch nie unser Ziel. Wir haben gesoffen, gefeiert, gelacht, geschäkert und viele komische Käuze getroffen. Nicht wenige davon waren direkt beängstigend, häufig waren sie nicht sehr helle oder eklig, haben gestunken oder gepöbelt. Immer wirkten sie fehl am Platz in den ersten Reihen der Shows. Und viele von denen hatten nur ein Ziel: möglichst nah an den blonden Sänger rankommen.
Dabei ist der Bassist viel netter und der Aushilfsgitarrist talentierter. Der Schlagzeuger ist aufmerksamer und die Jungs der Crew sehen besser aus. Verkaufen sich halt nur nicht so gut bei eBay. Handel betrieben wir hingegen mit der Crew. Aber Geschäftsgeheimnisse bleiben eben dies: geheim.
Mit Schule und Arbeit wäre die Tour in purem Stress ausgeartet. Oder kürzer ausgefallen. Doch schon zur ersten Show wurde ich krank und sah mich plötzlich enormer Freizeit gegenüber. Die Konzerte wurden je nach Zustand geplant, also selten mehr als vier Tage im voraus. Unser Meister in kurzfristigen Entscheidungen beschloss drei Minuten vor Abfahrt, doch mitzukommen. Hat die Nacht durchgemacht, zu viel Geld ausgegeben und nach dem Schlafentzug gefroren. Aber bereuen tut sie nichts. Zum Glück stellte sich erst nach der letzten Show in Deutschland heraus, wie krank ich wirklich war. Ein Hoch auf amerikanische Erkältungsmittel.
Doch jetzt heißt es wieder lernen, mehr für A2M machen und arbeiten gehen zum Geld verdienen, denn die nächste Tour kommt bestimmt und dann werde ich meine Freunde wieder treffen. Und in der Zwischenzeit gibt es ja noch Bryan Adams. Liebe LVZ, es ist bald Weihnachten.
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