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31.08.07
Nächstes Jahr mit Gummistiefeln - GC Freestyle
Floree

Besonders gut rumgesprochen hatte es sich wohl nicht, dass jeden Abend nach der Games Convention im Stadion des Friedens der Bär steppen sollte. Entweder mögen Gamer keine Musik, oder es wußten nicht alle, aber die wenigen, die kamen, machten dafür um so mehr Stimmung für die angereisten Bands wie Revolverheld, Virginia Jetzt!, Blackmail, H-Blockx und Samy Deluxe.

Los ging es mit der GC Freestyle am Donnerstag unter dem Motto deutscher Collegerock, um es mal irgendwie einzuordnen. Nach einem regnerischen Tag brachten Madsen, Revolverheld und Virginia Jetzt! ohne Umschweife den Rasen zum Dampfen. Eine besondere Attraktion war der Soundcheck, der fast noch frenetischer bejubelt wurde als die Bands selber.

Freitag ging es weiter mit Rock aus deutschen Landen. Während Nevada Tan beim Autogramme geben in ihrer überwiegend weiblichen Fanmenge versanken, holten Blackmail Fans auf die Bühne. Dort stellten diese jedoch schnell fest, dass es sich unten in der "Menge" besser abrocken läßt und so verließen sie beinahe fluchtartig die Stage wieder. Von den wenigen Bewegungsspastikern abgesehen, gingen alle Anwesenden schön gleichmäßig im Takt mit. Der eine oder andere Festivalbesucher konnte sogar mitsingen. Und in der ersten Reihe stand ein hardcore Fan, den die Band schon gut kannte. War die Menge kurz vorm Einschlafen, sang der Sänger nur noch für sie. Doch lange hielten diese Ruhepausen im Publikum nie an. Jeder hatte größtmöglichen Spaß. Der Auftritt von Blackmail war völlig ungezwungen und lud ein, wieder zu kommen. Der Höhepunkt des Abends waren jedoch H-Blockx, die auf den Tag genau ihr 17-jähriges Bandbestehen mit dem somit 1500. Auftritt feierten. Na wenn das nichts ist. Dementsprechend wurde der Tag gebührend gefeiert mit den größten Hits der letzten Jahre wie "Move" und "Rising High". Dem jedoch noch lange nicht genug, gab es an dem Tag das neue Studioalbum, welches Frontmann Henning nach dem Gig persönlich am Merchandise Stand verkaufte und signierte. Um den Fans die CD schmackhaft zu machen, gab es gleich ein paar vielversprechende Kostproben. So viel Einsatz wird belohnt und einige Scheiben fanden dankbare neue Besitzer. Dies geschah jedoch nicht vor der letzten Zugabe, bei der dann ausnahmslos jeder mitsingen konnte... "I fell into a burning ring of fire (und jetzt alle!) I went down, the flames went higher.... " Die jüngsten kannten die Version von H-Blockx, die älteren Anwesenden wußten noch dank Johnny Cash mitzusingen. Und so verließen nicht nur wir mit dem Song auf den Lippen das Stadion. Demnächst werden H-Blockx übrigens auf große Europatour gehen. Als Vorband von Tokio Hotel.

Der Kerl vom Soundcheck ist übrigens aufgestiegen und spielte nun schon teilweise mit den Bands, sang Background-Vocals und das nicht mal schlecht. Der ein oder andere Blackmail Fan mag sich gewundert haben, seit wann sie einen Chor haben. Ich frage mich hingegen, ob man von dieser Ein-Mann-Band in nächster Zeit noch mehr sehen und hören wird.

Samstag kam dann der krönende Abschluss der GC Freestyle. Hip Hop war angesagt. Curse habe ich leider verpasst, aber ich war noch pünktlich für eine Tanzstunde mit Dub Incorporation aus Frankreich. Diese Combo versprühte Spaß pur und als sie den Locomotion nach rechts machten, folgte das Publikum brav. Zurück nach links, drei Schritte nach hinten und wieder vor zur Bühne. Schön gleichmäßig folgte die Jugend. Den rhythmischen Klängen konnte sich einfach keiner widersetzen. Schauten anfangs noch einige verwirrt nach oben, waren spätestens ab dem dritten Song doch alle überzeugt und mitten drin.

Der King des Freestyle läutete das Ende der Konzertreihe ein. Auch er hatte neue Songs im Gepäck, allerdings bringen Dynamite Deluxe ihr neues Album erst Anfang 2008 raus. Ich mußte lachen, als Samy die Juice ansprach. Er war ganz stolz auf einen Artikel über die Band und das neue Album und fragte das Publikum, wie sie das sehen. Doch das schienen alle Fans der alten Zeiten zu sein, und so kam nichts positives über die Juice aus ihren Mündern. War es doch Samy selber, der vor einigen Jahren rapte, er hätte sie auf der Toilette rumliegen, für den Fall, dass mal das Papier ausgeht. Das fand wohl mehr Anklang als erwartet. Also stellte er schnell mal die neuen Sachen vor und machte Lust aufs neue Album. Doch auch die alten Sachen fanden noch Gehör. Jede Zeile wurde von den Fans begeistert mitgesungen und gerappt. Bis Samy bewies, dass er den Titel King of Freestyle verdient und Battlerap vom Feinsten lieferte. So schnell wie er rapt, können meine Ohren gar nicht hören. Als er ging, gab es noch minutenlang Sprechchöre, die ihn aber leider nicht zurück holen konnten. Die Sperrstunde mußte strikt eingehalten werden. Wer noch nicht erschöpft war, ging in die Stadt um dort weiter zu feiern, die anderen verzogen sich in die Chilloutzone oder in ihre Zelte.

Eigentlich war es ja schön, dass egal wie spät man kam, man auch von der letzten Reihe noch die Stars auf der Bühne perfekt sehen konnte, dennoch empfehle ich, nächstes Jahr mehr Werbung für die Konzerte zu machen. Oder die Shows verlegen in eine trockene Location. Im Stadion des Friedens habe ich mich jedes Mal geärgert, wieder keine Gummistiefel anzuhaben. Aber wenigstens hat das Wetter gehalten. Die Atmosphäre war klasse und wenn es nächstes Jahr wiederholt wird, bin ich auch wieder mit am Start. Vielleicht sieht man sich dann ja ;)

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