Das
gefürchtete zweite Album, gerade für "Opfer" einschlägiger Castingshows ist es
die Bewährungsprobe schlechthin. Ich hatte keine großen Zweifel daran, dass
Daughtry diese Hürde nehmen würden, antizipierten Chris und Joey uns doch
bereits im Interview dass alles eine Spur härter klingen sollte.
Mit der CD in der Hand und aufgedrehter Anlage warte ich nun gespannt auf die
harten Songs. Fast alle der 12 Tracks inklusive der Single "No Surprise" sind
erstklassiges Radiomaterial, das sich wunderbar aufdrehen lässt und bei dem sich
jede Hausfrau als "Rocker" fühlen kann, wenn sie mit dem Schrubber durch das
Haus wirbelt. Zum Kopf abschalten und sich gehen lassen ist Daughtry nach wie
vor super geeignet. Doch von einer neuen Härte fehlt jede Spur. Der Sound von Daughtry
hat sich trotz erstklassiger
Songwriter wie Chad Kroger, Jason Wade (Lifehouse) oder Richard Marx nicht
sonderlich weiterentwickelt. Das Potential der Band wurde leider nicht ausgeschöpft,
wohl auch um auf Nummer sicher zu gehen, dass Erwartungen vom Plattenlabel
erfüllt werden.
Daughtry gelingt es noch mit Tracks wie "You Don't Belong" oder auch "Ghost of
Me" sich nicht komplett in der
Seichtigkeit des Mainstream zu verlieren. Beeindruckt hat mich allerdings "Open Up Your
Eyes", das mit eindringlichem Text und Chris' bekanntem Stimmvolumen direkt
unter die Haut geht. Mehr davon bitte in Zukunft! Leichtere Kost, die an die
"guten alten Zeiten" erinnert, ist dagegen "September", was sich in Fankreisen
zum Favorit entwickelt hat. Und aller Kritiken von Musikjournalisten (inklusive
meiner eigenen!) zum trotz, bekenne ich mich weiterhin zum Daughtry Liebhaber.
Etwas mehr Mut und Vertrauen beim nächsten Album, liebes Label!