29.04.2010 - Nicht wie gewohnt an
einer Samstagnacht – diesmal an einem Dienstagabend, genauer dem 20. April, öffnet
das Conne Island in Leipzig seine Türen zum „Electric Island“. Regelmäßige
Besucher des bekannten Connewitzer Veranstaltungsortes, meinen anfangs zu
zögern, doch schnell ist jedem bewusst, dass es sich nicht um einen
gewöhnlichen Abend elektronischer Tanzmusik handelt.
Timid Tiger, die „scheuen“ Tiger
aus Köln, sind an diesem Abend zu Gast in Leipzig und werden von einem kleinen,
aber tanzfreudigen Publikum erwartet. Etwa 30 gespannte Besucher tummeln sich
bereits eine Stunde vor Konzertbeginn vor dem Konzertsaal, rauchen entspannt,
trinken ein Bier und machen es sich gemütlich in froher Erwartung auf einen
angenehmen Abend.
Dieser wird ohne zu
enttäuschen eingeleitet von Jack
Beauregard, 2 Jungs, die dem Publikum zeigen, wie sehr sie das lieben, was
sie machen. Verträumt, melodisch, poppig, elektrisch, ehrlich und vor allem
authentisch, verzaubern sie ab dem ersten Gitarrenschlag ihre Zuhörer.
Die 2
unbekannten Musiker aus ihrer Wahlheimat Berlin entwickeln sich während der
30-minütigen Spielzeit zu Freunden. Ohne Probleme singen sie sich in die Herzen
des Publikums und können sich nach dem Konzert auf unzählige CD-Käufe
neu-gewonnener Fans freuen.
Wie
vor Jack Beauregard, so auch vor Timid Tiger, werden die Fans von dem „Manager“
der Band, Mikelli Mikalko, einem Inder im weißen Nadelstreifenanzug begrüßt. Er
erklärt dem leicht verwirrten Publikum, er würde die 5 Jungs aus dem
Hintergrund beobachten und man solle klatschen, wenn es gefällt. Die gewisse
Ähnlichkeit mit Sänger Keshav Purushotham wird kurz nach Konzertbeginn natürlich sofort
dementiert. Doch die Lust sich zu verkleiden können die 5 Tiger einfach nicht
abstreiten.
Als
sich 4 Mitglieder der Band Timid Tiger, mit bunten Pailletten-Stirnbändern
verziert, auf die Bühne bewegen, flippen die ersten 3 Reihen bereits aus. „Bei
Miss Murray geh‘ ich vor und geb dem Sänger ein High-Five!“ hört man aufgeregte
Fans sagen. Nachdem die ersten Töne ihrer aktuellen Single „Electric Island“,
welche gleichzeitig namensgebend für Album und Tour ist, erklingen, springt der
Sänger aus dem Hintergrund hervor und gibt den Blick auf seine Beine frei. Ja,
seine Beine! Keshav springt zu den ersten Tönen wie wild auf der Bühne herum
und lässt auch die letzten verdutzten, aber exzessiv tanzenden,
Konzertbesucher wissen, dass sie sich hier nicht auf einen normalen Abend
eingelassen haben. Er scheint es vorzuziehen in Radlerhosen aufzutreten, die
noch kürzer sind, als gewöhnliche!
Anderthalb Stunden gefüllt mit
abwechslungsreicher, animierender Tanzmusik: elektronisch, hip-hoppig und
„indisch“.
„Womanizer“
und „Break My Stride“ runden die sich stetig steigernde Euphorie auf. Auch die
Wünsche nach dem bekanntesten Song „Miss Murray“ aus dem Jahr 2005 und dem
High-Five bleiben nicht unerfüllt. Sogar zur Ukulele wird für einen kurzen
Akustikbeitrag gegriffen. Die scheuen Tiger beweisen mit dieser Konzerttournee,
dass sie alles andere als ängstlich und schüchtern sind und auch musikalisches
einiges zu bieten haben.
Ihr
letzter Song „Ina Meena Dika“, ein laut ihnen, altes indisches Lied, stellt den
Höhepunkt und somit auch den Abschluss des Abends dar. 4 aufgeregte Fans aus
der ersten Reihe haben das Glück zu den Jungs auf die Bühne zugehen und mit
ihnen den letzten Song zu performen. Sie halten riesige Schilder mit lustigen
Textzeilen hoch und feiern mit allen das Ende eines schönen Konzertes