In der Woche nach Ostern war es mal wieder soweit. Bryan Adams beehrte
Deutschland für einige Konzerte und a2m konnte sich das nicht entgehen lassen.
Das Tourmobil wurde gemietet um sicherzustellen, dass wir ankommen. Böser
Fehler, wie sich später rausstellen sollte. Immerhin hatte das Auto aus
Frankreich einen
CD-Player und so konnten wir uns auf der 5-stündigen Fahrt schon einmal einstimmen. Texte lernen
mit "Room Service" und "So Far So Good", super geeignet für
die deutsche Autobahn und die Staus im Ruhrpott. Aber der lange beschwerliche
Weg hat sich gelohnt.
Die lokalen Securities der KöPi-Arena in Oberhausen waren im Vergleich
äußerst hilfsbereit wie man es nicht kennt und auch die Supportband
Countermine lies sofort ihr deutsches Bier stehen um uns ein herzliches
Willkommen zu bereiten. Mit knapp 10.000 Besuchern war die Arena ausverkauft und
es tummelten sich wie immer Bryan Adams Fans aller Altersklassen. Wie es aussah,
hatte jeder ausser uns ein Fanshirt an, dabei variierten die Motive von "Waking
Up the Neighbours" bis zur aktuellen Tour. Wir hätten uns sicher auch mit
Merchandise eingedeckt, wenn wir vorher im Lotto gewonnen hätten. An der Bühne
hatte sich seit November nichts verändert, wie damals war alles schlicht
gehalten und auch der rote Vorhang war noch da. Wie gewohnt lag das
Hauptaugenmerk auf der guten Musik, der Band und der Stimmung zwischen Künstler
und Publikum. Oder auch Kanadiern und Deutschen.
Los ging es aber erstmal mit Countermine. Die Briten haben einen ganz anderen
Sound als Bryan, trotz einer rockigen Note blieben sie recht zurückhaltend. Sie
können locker mit Kollegen wie Keane oder Coldplay mithalten und bewegten das
Publikum zum Kopfwackeln und Knieschaukeln. Besonders der Song "Shut
Up" (zumindest glauben wir, dass er so hiess) stach aus dem relativ harmonisch britischen Programm hervor.
Mit dem gleichen Outfit wie bei den Konzerten zuvor. Wir
gehen davon aus, dass er es vorher gewaschen hat. Oder er hat mehrere zum
wechseln. Es ist bestimmt sein Deutschlandtouroutfit, black and blue.
Verwechslung mit den Backstreet Boys ausgeschlossen. Sorry, wenn ihr uns an
dieser Stelle nicht mehr folgen könnt. Shame on you.
Nachdem wir das Outfit gewürdigt haben, können wir nun zum eigentlichen Teil
des Abends kommen. Der Musik. "Kids wanna Rock" und Bryan liess sich
nicht lange bitten. Vieles war wie gewohnt, die Klassiker wie der 69er Sommer,
Heaven und der Robin Hood Song dominierten und wurden hier und da unterbrochen
vom "Room Service" und der "Open Road". Schade, dass "Romeo
& Juliett" dieses Mal nicht eingeladen waren. Dafür brachte Bryan
Titel von seinem Unplugged Album. "I’m Ready" und "Fits Ya
Good" überzeugten von seinem unbestreitbaren Talent. Gut gelaunt wie immer
scherzte er mit dem Publikum. Zugeflogene Briefe und viele Osterhasen gaben den
Anlass. Diskret wie er nun einmal ist, brach er das Postgeheimnis und las aus einem
secret loveletter vor: "Hello Bryan, I really wanna meet Keith.". Der
Gitarist kam sofort hervorgesprungen und nahm seinem Boss die Liebesbotschaft
aus der Hand. Es folgten weltbewegende Fragen wie "Dear Bryan, do you
belong to the Adams family?". Dies beantwortete er mit dem Titelsong der
gleichnamigen Serie. Die Krönung war ein Ruf aus dem Publikum: "I waited
13 years to come!". Bryan: "I’m sure a young man can help you about
this.". Die Halle gröhlte und die junge Frau errötete. Von fliegenden
Luftballons war der Kanadier allerdings weniger begeistert. "They’re
really annoying." befand er. Das Publikum durfte neben "Nananana"
("Cuts Like A Knife") auch wieder aktiv werden. "When You’re
Gone" sang er dieses Mal mit Max aus "Gelsenkirssen". Deutsche
Städte, schwere Aussprache. "Do you do a lot of kissen in Gelsenkirssen?"
fragte Neugiersfritze und schon wieder lagen wir vor Lachen fast unterm
Klappstuhl. Nach etwas mehr als 2 Stunden lag dann auch der obligatorische BH
auf der Bühne und Bryan verliess - noch lange nicht müde - die Bühne.
Poster wurden eingerollt, Werbeplakate demoliert und wir schlenderten singend
vom Tanzen aufgeputscht zum Hotel.
Ganz in "Do you like cows" Manier wurden wir am Eingang unserer
Unterkunft von einer Kuh begrüßt. Beide Daumen hoch für die perfekte Lage des
Tryp Hotels, die Halle ist genau auf der anderen Seite der Strasse und das
nutzten nicht nur wir, sondern auch viele weitere BA Fans. Beim nächsten Mal
veranstalten wir die Aftershowparty dort.
Am nächsten Morgen sollte unser Road Trip weitergehen nach München. Auf der
Höhe von Frankfurt auf der A3 passierte es dann. Ein Reifen verflüchtigte sich und wir
spielten Brummkreisel mit einer Geschwindigkeit von 140km/h. Um eines vorweg zu
nehmen, der Leitplanke geht es schlechter als uns. Zwei geistesgegenwärtige
junge Männer halfen unserem Schrotthaufen auf die Standspur und warteten mit
uns auf die grünen Männchen. Mit dem Schreck und einem blauen Fleck (der
Hirnschaden war vorher schon da) davongekommen war die Tour für uns beendet. So
kann’s gehen. Aber wir wären nicht a2m, wenn uns das untergekriegt hätte.
Auf der Heimreise mit der deutschen Bahn hatten wir schon wieder viel Spass mit
Scherzkeksen, "Zu-gefahrenen" Reisenden und "inaktiven Zugführern".
P.S.: Bryan, we’ll see ya in Dublin. Back on da road.