Unser letzter Roadtrip über die deutschen Grenzen hinaus, führte uns auf die grünste aller Inseln. Nach
Ir(r)land. Zwei Konzerte standen auf unserem Terminplan, mal zur Abwechslung mit
Bryan Adams als Headliner. Allerdings waren wir dieses Mal bei weitem nicht die
einzigen internationalen Fans. Die ersten in der Schlange vor dem Point Theatre
waren einige deutsche, gefolgt von Niederländern und einer Dame, die Mal eben
aus Kanada rübergeflogen war um Keith Urban zu sehen, der als Support auftrat.
Den Veranstaltungsort zu finden war an sich nicht das Problem, nur ein verdammt
laaaaanger Fußmarsch. Deshalb entschieden wir uns am zweiten Tag dazu den Bus
zu nehmen, was leider auch nicht die beste Alternative war. Zumindest bekamen
wir auf der ewig langen Fahrt eine Menge von Dublin zu sehen. Um genau zu sein
vom Hafen. Gottseidank haben wir uns nicht irgendwann auf einem Schiff
wiedergefunden! "Solange wir keine nassen Füsse bekommen, müssten wir
noch in Irland sein, oder?" war unsere Hoffnung. Irgendwann kamen wir dann
doch noch am Ziel an. Das tolle an Irland ist auch, dass in vielen Orten Rauchen
und Trinken verboten ist. Kurz vor Showbeginn erklang deshalb eine Stimme aus
dem Untergrund, die uns auf die Sicherheitsvorkehrungen aufmerksam machte. Die
nächstgelegenen Ausgänge haben wir gesehen, nur die Schwimmwesten und
Sauerstoffmasken waren wohl gerade nicht in der Nähe.
Endlich
gingen die Lichter aus und ein langhaariger Typ mit Jeans und schwarzem T-Shirt
betrat die Bühne. Keith Urban und Band! Aha, so sehen also australische
Countrysänger aus! Die Südstaateneinflüsse in seiner Musik waren
unverkennbar, doch obwohl ich nie sehr an Country interessiert gewesen war,
machte es mit der Zeit richtig Spass zuzuhören. Die ungekünstelte
Leidenschaft, die Keith in seinen Songs ausdrückt ist wunderbar und auch ein
Blinder konnte sehen, wieviel Spass die Jungs auf der Bühne hatten. Die
Stimmung war so ansteckend, man musste einfach mittanzen. Nachdem er auf einem
Barhocker Platz genommen hatte, erzählte Keith eine kleine Geschichte und
spielte einige seiner grossartigen Balladen wie beispielsweise "You'll
Think Of Me". Überraschenderweise konnten viele der Fans bereits zu seinen
Songs wie "Days Go By" mitsingen. Na gut, nach den beiden Shows konnte
ich das auch. Im Rückblick auf beide Nächte kann ich guten Gewissens sagen,
dass es keine langweilige Minute mit Keith Urban gab und ich gebe zu, dass ich
ihn sogar besser als Bryan Adams fand.
Wo
wir nun schon beim Thema sind, die Shows von Bryan Adams waren nicht
schlecht, keinesfalls! Er zog sein übliches bodenständiges Rockprogramm durch,
mit den Songs, die wir kennen und lieben.
Erschöpft und müde nach zwei langen Partynächten und zwei tollen Rockern
besuchten wir ein letztes Mal die bar des Point Theatres um noch etwas Kultur zu
erleben. Ein Guiness! Und abermals stellte sich die Konversation mit den Ir(r)en
als äußerst schwierig heraus. Glaubt nicht, dass euch euer Schulenglisch
auf der Insel weiterhelfen könnte! Sogar Muttersprachler aus den USA mussten
dreimal nachfragen, bevor sie einen Satz endlich verstanden hatten. Eine Horde
Dubliner Securities bevölkerte plötzlich unseren Tisch und gab uns eine
weitere Lektion in ihrer Sprache. "How can you say Fuck?" fragte einer
der Typen geschockt. Auf irisch sagt man nämlich "Fäck". Und man
spricht Dublin nicht "Dablin" aus, sondern "Dublin". Alles
klar? Diese fäcking Dubliners eben. Übrigens ist uns aufgefallen, dass es sich
leichter mit Ir(r)en reden lässt, wenn man vorher in der Old Jameson Distillery
einen Shot Uisce Beatha (sprich: Ischke Baha) auch bekannt als Whiskey getrunken
hat. In diesem Sinne: Cheers my friends!